Das Hochkreuz in Detailaufnahmen
(alle Bilder ©Ludwig Ries)

Kreuz Vorderseite (Westseite)

Man sieht Christus am Kreuze, eingerahmt von 2 Heiligenreliefs, während über der Christusfigur ein Bild des Hl. Patricks wacht. Der Heilige Patrick gilt als der Schutzpatron von Irland.

Unterhalb der Christusfigur sind 3 Motivelemente mit diversen typischen irischen Flecht- bzw. Knotenmustern zu sehen, deren Detailaufnahmen in einer separaten Seite über das Menü erreichbar sind.

Dem Kreuz ist ein steiles Satteldach aufgesetzt, die Dachseiten zeigen nach Osten und Westen.

Das Kreuz ist an den Schnittpunkten von Horizontalstamm  und Querbalken jeweils nach innen viertelkreismäßig eingerundet. Der typische Kreuzring um den Schnittpunkt Hochstamm und Querbalken rundet die Hauptmerkmale eines Keltischen Kreuzes ab.

Die Sockel werden ebenfalls in separaten Bildern detailliert erläutert.

Kreuzspitze (Westseite)

 Links und rechts am Kreuz sind zwei weitere Figuren zu sehen. Es ist durchaus davon auszugehen, dass es sich hierbei um die 2 weiteren Schutzpatrone von Irland handelt:

  • links die Hl. Brigid
  • rechts der Hl. Comcille auch der Hl. Columban genannt

Der sich um den Kreuzschnittpunkt befindliche Kreis ist mit Flechtmustern geschmückt

Kreuzspitze oben – St. Patrick (Westseite)

Oberhalb des Kopfes der Christusfigur ist direkt unter dem Dach des Kreuzes der Hl. Patrick abgebildet. Er ist der wichtigste Schutzheilige von Irland.

Zwischen ihm und dem Christuskopf sind die Buchstaben INRI in zwei Zeilen eingraviert.

Das Bildnis des Hl. Patrick ist mit einem Flechtband verziert. Links oben von seinem Gesicht ist sein Bischofsstab mit einem Kreuz zu erkennen.

Spitze des Kreuzquerbalkens links (Westseite)

Wie bereits oben beschrieben, handelt es sich bei diesem Bildnis möglicherweise um die Hl. Brigid, ebenfalls eine Schutzpatronin Irlands. Auch ihr Kopf ist mit einem rankenartigen Geflecht umrahmt.
Im Hintergrund des Kopfes sind gleichmäßige Ausstrahlungen zu sehen, die ggf. als Feuerflammen interpretierbar sind. Feuerflammen über dem Kopf gelten als Attribut der Hl. Brigid.

Spitze des Kreuzquerbalkens rechts(Westseite)

Dieses Relief mag den Hl. Comcille zeigen. Er wird auch der Hl. Columban oder auch Kolumban genannt. Unklar ist allerdings in seinem Falle die Bedeutung des Dolches.

Der Dolch als Heiligenattribut ist bei einem irischen Heiligen nur dem Hl. Kilian zuzuordnen. Dieser allerdings war überwiegend in der Nähe von Würzburg missionarisch aktiv und dürfte in Irland selbst keine große Rolle gespielt haben.

Es scheint daher wahrscheinlicher, dass die irischen Kriegsgefangenen doch wohl eher direkte landesbezogene Heilige auf dem Kreuz haben realisieren lassen. Was liegt in einem solchen Falle näher, als die 3 großen Schutzpatrone Irlands auf dem Kreuz eingravieren zu lassen:

  • Hl. Patrick
  • Hl. Brigid
  • Hl. Comcille/Columban/Kolumban

Kreuz Rückseite (Ostseite)

Die Beschreibung der Gestaltung der Rückseite liest sich in der Dietkircher Schulchronik wie folgt:

Auf der Rückseite sieht man vier irische Wappen: hoch oben drei Kronen, in der Mitte die Harfe, links den Adler mit dem Schwert, rechts eine ausgestreckte Hand.

An dieser Stelle schien der Schreiber der Schulchronik nicht ganz genau genug gewesen zu sein oder hat die Bedeutung der Wappen nicht hinterfragt.

Es ist sehr stark anzunehmen, das es sich bei den Wappen um die vier Provinzen von Irland handelt, die mit ihren Attributen dargestellt sind:

  • die Harfe stellt Leinster dar
  • die drei Kronen sind Munster
  • die ausgestreckte Hand ist Ulster
  • Rabe und Schwertarm repräsentieren Connacht

Unterhalb der Harfe ist der Kreuzesstamm mit einem Flechtband geziert.

Aufnahme des Kreuzes am 23.11.2003, 12:09

Leider ist das Kreuz in der Zeit der Renovierung bis heute erneut stark verwittert. Die Einzelheiten der Motive sind mittlerweile relativ schlecht erkennbar.

Von der Renovierung im Jahre 2007 bis heute im Jahr 2020 sind gerade einmal knappe 13 Jahre vergangen und es scheint nun, dass eine erneute Renovierung notwendig ist.

Die einzelnen Elemente sind dermaßen stark verwittert, dass man fast keine Einzelheiten mehr erkennen kann.

Eine sachgerechte Renovierung mit ggf. Nacharbeit der einzelnen Elemente erscheint dringend erforderlich, sonst steht in einigen Jahren nur ein Sandsteinkreuz auf dem Friedhof, auf dem nicht mehr viel erkennbar ist.

Die Motive, die das Kreuz im Besonderen auszeichnen, werden dann wohl nicht mehr in ihrer Feinheit erkennbar sein.

Aufnahme des Kreuzes am 05.02.2020, 17:17

Die Rückseite enthält noch einige weitere Details als Überraschung zur Verfügung.

So sind auf Zierbändern die Regimenter graviert, denen die Irischen Kriegsgefangenen angehört hatten.

Im folgenden die z.T sehr schwer zu entziffernden Inschriften auf dem oberen Kreuteil und ihre Bedeutung:

  Inschrift Bedeutung
1ConnaughtConnaught Rangers, aufgelöst 1922
2R. Irish Fus.

Royal Irish Fuseliers

3R. Irish RiflesRoyal Irish Rifles
4Irish GuardsIrish Guards

Es hat den Anschein, dass unterhalb der drei Kronen und unterhalb der Harfe ebenfalls jeweils eine Eintragung war. Diese beiden Eingravierungen sind allerdings so verwittert, dass nichts mehr erkennbar ist. Möglicherweise könnte über eine technisch wissenschaftliche Untersuchungsmethode herausgefunden werden, was in diesen Bandschleifen eingraviert war.

Nachfolgend die z.T sehr schwer zu entziffernden Inschriften im Kreuzesstamm und ihre Bedeutung.

  Inschrift Bedeutung
1nicht mehr lesbar 
2R. Irish Reg.Royal Irish Regiment, aufgelöst 1922
35th R. Irish Lanc5th Royal Irish Lancers, aufgelöst 1921

Sockel oberer Teil (Ostseite)

Die Dietkircher Schulchronik beschreibt dieses Bildnis folgendermaßen:

Ein äußerst symbolisches Relief trägt auf der Rückseite der untere Teil des Kreuzes. Die aufgehende Sonne sendet ihre Strahlen, wohl die Hoffnung des irischen Volkes. An einer kleinen Kapelle des Reliefs steht aufrecht ein kleines Kreuz, hinweisend auf die Hilfe von Gott, ein kleines umfallendes Kreuz versinnbildet die trügerischen Hoffnungen dieser Erde. Der Hund, als Sinnbild der Wachsamkeit, zeigt auf die Zukunft, das irische Volk will wachsam sein, den geeigneten Zeitpunkt der Befreiung aus langem Leid erwarten.

 Auch aus heutiger Sicht scheint dieser Erläuterung nichts hinzuzufügen zu sein.

Sockel oberer Teil
linkes Bild Nordseite – rechtes Bild Suedseite

Text auf der Nordseite des oberen Sockelteils:

In memory of our comrades
in arms who perished
during their imprisonment
of war in Germany 1914-1918
Erected by our beloved
chaplain J.T. Crotty O.P.
and the Irish prisoners
of war in Limburg / Lahn

Text auf der Suedseite des oberen Sockelteils:

Zur Erinnerung an unsere
Kameraden die während
ihrer Gefangenschaft in
Deutschland 1914-1918
starben. Errichtet von
unserem lieben Seelsorger
J.T. Crotty O.P. und den irischen
Kriegsgefangenen in Limburg.

Sockel oberer Teil (Westseite)

Der Text in diesem, mit Bandornamenten verzierten schildartigen Hintergrund scheint der gleiche Text zu sein, wie er auf der Nord- und Südseite des oberen Sockelteils zu sehen ist. Er ist auf irisch geschrieben, eine Sprache die stark mit dem gälischen verwurzelt ist.

Da in diesem Text aber nur von 1914-15-17 die Rede zu sein scheint, ist zu vermuten, dass diese Seite des oberen Sockels schon bei der Errichtung des Kreuzes im Jahre 1917 vorhanden war, während die Nord- und Südseiteninschriften anscheinend erst später hinzugefügt worden sind, da auf ihnen die Rede von 1914-1918 ist. Sie müssen also erst später hinzugefügt worden sein.

Sockel unterer Teil (Ostseite)

Auf dieser Sockelseite sowie auf 3 anderen Seiten waren 84 Namen von auf dem Friedhof ruhenden irischen Soldaten eingraviert. Leider ist vor allem diese Ostseite extrem stark über die Jahrzehnte von Wind und Wetter angegriffen worden, sodass die Namen nicht mehr lesbar waren.

Bei der Renovierung des Kreuzes im Jahre 2007 wurde jedoch auch eine Bronzeplatte gefertigt, auf der die Namen zu lesen sind.

Bronze Platte (Rechts vor dem Kreus auf der Westseite)

Bronzeplatte mit den Namen der verstorbenen irischen Kriegsgefangenen, die auf dem Friedhof begraben waren und deren Namen auf den Sockelseiten des Irischen Hochkreuzes eingraviert waren.

Die Namen auf der östlichen Sockelseite konnten leider weder rekonstruiert werden, noch konnten sie, trotz aufwändiger Recherche, ermittelt werden.

Texttitel auf der Bronzeplatte:
 
Irisches Hochkreuz
 
Zum Gedanken an die auf dem Friedhof begrabenen irischen
Kriegsgefangenen des I. Weltkrieges wurde am 23. Mai 1917
(Pfingsten) dieses 3 m hohe und 1,60 m breite Hochkreuz errichtet,
auf dem die Namen der im Kriegsgefangenenlager Dietkirchen
verstorbenen Soldaten eingeschlagen wurden.

Textzeile am unteren Ende der Bronzeplatte:

Aufgrund der Verwitterung des Denkmals und trotz intensiver Nachforschungen ist es leider nicht gelungen, die Namen auf der Ostseite festzustellen.

Sockel unterer Teil (Westseite)

Auf dieser Sockelseite sowie auf 3 anderen Seiten waren 84 Namen von auf dem Friedhof ruhenden irischen Soldaten eingraviert.

Sockel unterer Teil (Nordseite)

Auf dieser Sockelseite sowie auf 3 anderen Seiten waren 84 Namen von auf dem Friedhof ruhenden irischen Soldaten eingraviert.

Sockel unterer Teil (Südseite)

Auf dieser Sockelseite sowie auf 3 anderen Seiten waren 84 Namen von auf dem Friedhof ruhenden irischen Soldaten eingraviert.

Signatur mit dem Hinweis auf den Architekten des Kreuzes.
 
Inschrift:
A. Meister
Arch. D.F.A
Bochum / W.
 
Nach eigenen Recherchen ist davon auszugehen, dass der Architekt mit Vornamen Anton hiess.
 
Die Abkürzung D.F.A bedeutet: Deutsche Freie Architektenschaft.
 
Das „W“ hinter Bochum steht als Abkürzung für Westfalen.
 
1919 beschlossen der bisherige BDA (Bund Deutscher Architekten), die Deutsche Freie Architektenschaft (DFA) und die Deutsche Architektenschaft (DA) ihre Vereinigung zum neuen BDA.